Welche Botschaft zu welcher Zielgruppe passt
Wenn wir eine Zielgruppe auf dieser Skala verorten, wird oft schon deutlich, welche Botschaften und Begriffe zu ihr passen.
- Wer sehr offen für Entwicklungen ist, reagiert auf Begriffe wie „innovativ“ und „neu“.
- Wer vorsichtiger ist, braucht eher Formulierungen wie „mit Augenmaß“, „schrittweise“ oder „Bewährtes weiterentwickeln“.
- Wer vor allem auf pragmatische Alltagstauglichkeit achtet, lässt sich eher über Begriffe wie „einfach“, „verlässlich“ oder „kostengünstig“ erreichen.
- Stark ablehnende Gruppen kann man nur schwer oder gar nicht erreichen.
An Lebensrealitäten anknüpfen
Was bewegt unterschiedliche Zielgruppen, zum Beispiel Arbeitspendelnde, Gewerbetreibende oder Eltern? Welche Werte, Bedürfnisse und Sorgen? Das kann sehr unterschiedlich sein:
- „Ich brauche mein Auto.“
- „Ich habe Angst vor steigenden Kosten.“
- „Mein Kind soll sicher zur Schule kommen.“
- „Ich sorge mich, dass die Kundschaft ausbleibt.“
- „Mit dieser Zugverbindung bin ich bislang so gut gefahren und musste nicht umsteigen.”
- „Ich bin mobilitätseingeschränkt und brauche einen Parkplatz in der Nähe.“
- „Ich kann mir kein Auto leisten.“
Falls gezielt Vereine oder Verbände als Stakeholder angesprochen werden sollen: Es lohnt sich, die Satzungsziele und Positionspapiere nachzulesen – und mit der eigenen Botschaft zu verknüpfen. Gemeinsame Anliegen und Schnittmengen zu zeigen, kann das Gespräch eröffnen.
Haltung zu Staat, Politik und Verwaltung
Zur Lebensrealität der Zielgruppen gehört auch ihre Haltung zu Staat, Politik und Verwaltung. Können wir darüber Aussagen treffen?
Ein Beispiel: Fühlt sich jemand durch die Gesellschaft geringgeschätzt, können wir einladend und wertschätzend die Teilhabe-Möglichkeiten eines geplanten Mobilitätsangebots für ihn oder sie betonen („Der Stadtverwaltung ist es wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen die Innenstadt erreichen können.").
Ein Beispiel: Unsere Zielgruppe ist enttäuscht von Verwaltung/Staat, fühlt sich zu wenig gesehen und hat Sorge vor steigenden Mobilitätskosten.
Auf diese Weise können wir versuchen, sie zu erreichen:
- Botschaft: „Wir sehen Ihre Lage – und wir möchten Mobilität so gestalten, dass sie für Sie bezahlbar und verlässlich bleibt.”
- Formate: Direktmailings, Zuhörformate vor Ort
- Tonalität: wertschätzend, nicht belehrend
- Information: Kosten-Nutzen-Checks
- Erzählung: Alltagsgeschichten von Menschen in ähnlichen Lebenssituationen
- Gesprächsbereitschaft und Erreichbarkeit: persönliche Ansprechpartner mit Telefonnummer und Zeiten
- Kommunikation über Multiplikatorinnen: Sozialverbände, Kirchen, Vereine, Treffpunkte, Arbeitgeber
Wie man einfach mit der Skala oben arbeiten kann, findet sich bei den Wissens-Werkzeugen („Ein hilfreiches Modell der Gesellschaft")
Und wenn wir bestimmte Bevölkerungsgruppen selbst nicht erreichen können? Dann kann es helfen, Botschafterinnen und Botschafter einzusetzen (Beispiele ). Sie haben größere Spielräume und Zugänge zu ganz unterschiedlichen Menschen.