Zeige, warum das Vorhaben trägt

Beispiele und Musterlösungen

Benefits und Co-Benefits darstellen: den Gewinn kommunizieren

Worum geht's?

Das Modellprojekt „Gehwege freiräumen – Raum fürs Gehen schaffen“ stellt Sicherheit und Komfort als Gewinn für Fußgängerinnen und Fußgänger in den Vordergrund. Denn Bürgerinnen und Bürger sollten verstehen, was an einem Projekt wirksam und nutzbringend ist.

Kommunikativ wirksam:

Die Kommunikation schafft Problembewusstsein und stellt zugleich Lösungen dar. Vier Kommunen in Baden-Württemberg nehmen teil, um das Zufußgehen in ausgewählten Gehwegabschnitten und Straßenzügen komfortabler zu machen. Ziel ist es, Hindernisse zu entfernen oder zu verlagern, ohne neue Konflikte zu schaffen.

Ein Angebot vorab erkunden und kennenlernen

Worum geht's?

Als die neuen Regionalzüge des RRX (Rhein-Ruhr-Express) auf vielen neuen Linien angekündigt wurden, konnten die Menschen in Nordrhein-Westfalen sie vorab erleben. Virtuell und analog.  

Kommunikativ wirksam:

Der RRX war ein Großprojekt – 53 Bahnhöfe in NRW wurden von 2018–2022 modernisiert. Die neuen Züge dann vorab zu erleben, ermöglichte eine schrittweise Begegnung mit der Veränderung: Bei der Roadshow "RRX on Tour" konnten Menschen den Rhein-Ruhr-Express schon vor der Einführung multimedial erfahren, unter anderem via begehbarem Modellzug. Ohne Druck konnten die Vorteile und den Nutzen des neuen Express bewusst werden. Besucherinnen und Besucher konnten sich vorstellen, wie das neue Mobilitätsangebot ihren Alltag verändert – und entwickelten eine positive Verbindung, auch Vorfreude. Eine Projektwebsitemit Blog ("Tagebuch"), Nutzen, Baufortschritt, CO2-Einsparung hielt viele Informationen bereit.

Expertise von Betroffenen einholen: Identifikation und Akzeptanz schaffen

Worum geht's?

Das Institut für Didaktik der Geografie der Universität Münster hat im Projekt Auf Rädern mit 100 Schülerinnen und Schülern in Essen zusammengearbeitet. Mit Messgeräten untersuchten die Jugendlichen ihre eigenen Radwege: Überholabstände, Erschütterungen und Geschwindigkeiten. Daraus entwickelten sie Vorschläge für Verbesserungen. So wurden sie zu Expertinnen und Experten ihrer persönlichen Mobilitätssituation.

Kommunikativ wirksam:

Aus den Daten entstanden interaktive Karten: Wo wird mit zu wenig Abstand überholt? Wo holpert es? Wo entstehen Stresssituationen? Ergänzt durch Fotos und persönliche Eindrücke konnten die Jugendlichen Schwachstellen konkret benennen und Verbesserungen vorschlagen. Ihre Perspektive fließt in die künftige Planung ein.

Solche Aktionen stärken Verbundenheit, Identifikation und Akzeptanz für künftige Vorhaben. Zugleich liefern sie wertvolle Hinweise für die Planung. Da nie alle Ideen und Wünsche umgesetzt werden können, sollten Projektträger transparent erklären, was Realität wird, was nicht – und warum.

Ideen für Veranstaltungen und Aktionen, Formate und Kanäle

Worum geht's:

Kommunen können ihre Vorhaben auf viele Weisen bekannt und erlebbar machen. Allein oder auch mit Partnerschaften vor Ort, von sehr kleinen Formaten bis zu ganz großen Aktionen. Manchmal fehlen Ideen und Mut: daher unten einige Anregungen!

Kommunikativ wirksam:

Die Grundregel behördlicher und kommunaler Kommunikation ist (fast) immer: Reden ist besser als Schweigen. Alle Arten der Kommunikation können der Nahbarkeit und Akzeptanz dienen. Sie bieten Beteiligungsmöglichkeiten für Stakeholder, Betroffene und Bevölkerung. Sie machen vertraut mit Veränderungen. Sie nehmen Sorgen und schaffen Sicherheit. Je nach Ressourcen und wie geübt man ist, kann man auch mit sehr einfachen Formaten beginnen. 

Frühe Information schafft Sicherheit, Entspannung und Akzeptanz

Worum geht's?

Die Stadt Ulm stellt laufend aktuelle Informationen zur Baustellenlage in der Stadt bereit: über die App “Ulm baut um” sowie per Website.

Kommunikativ wirksam:

Besonders die frühzeitige Information - z. B. in der App über Push-Nachrichten – signalisiert: Wir als Stadtverwaltung möchten, dass Sie das wissen. Wir wollen uns Ihnen mitteilen. Wir schaffen Nähe und verstehen grundsätzlich, dass eine Baustelle auch Mühen und Belastungen mit sich bringt. Dadurch wird die Beziehung zwischen Bürgerinnen und Bürgern und ihrer Stadtverwaltung positiv definiert – was Zeit und Beschwerdemanagement ersparen kann. (Vgl. Kapitel “Baue Vertrauen auf”)
Immer mehr Kommunen bieten ähnliche Services an. 

Übersichtsseite Kapitel: Zeige den Nutzen

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