Unverständlichkeit erzeugt Misstrauen
Wenn Menschen sich Informationen mühsam erschließen müssen, sinkt nicht nur das Verständnis, sondern auch die Zustimmung zu den Inhalten.
Skepsis entsteht oder sogar Angst vor der Verkehrsmaßnahme, weil die Begriffe sich so fremd anfühlen. Es entsteht nun ein Gefühl von Risiko – und das völlig unnötig. (Hintergründe dazu bei denWissens-Werkzeugen)
Aus der sprachlichen Hürde wird schnell eine innere Distanz:
„Da passiert etwas über meinen Kopf hinweg.“
„Das ist mir zu anstrengend.“
„Das klingt bedrohlich."
Diese Wahrnehmung kann ausreichen, um die Motivation für Ihr Mobilitätsthema zu schwächen.
Verständlichkeit ermöglicht Zustimmung
Es mag ungewöhnlich klingen, aber: Texte und Wörter sind ein Beziehungsangebot. Wie wir sprechen und schreiben, zeigt unserem Gegenüber, was wir von ihm halten und wie wir zueinander stehen – und unser Gegenüber wird unwillkürlich interpretieren, wie wir uns ausdrücken.
Wer sich verständlich ausdrückt, zeigt: „Ich möchte, dass Sie mich verstehen. Ich will mit Ihnen auf Augenhöhe kommunizieren und gemeinsam zu einer Lösung kommen.“
Unverständliche und komplizierte Fachsprache kann schnell so gedeutet werden: „Die Person will mich einschüchtern. Sie will zeigen, dass sie mehr Macht hat. Ob ich sie verstehe, ist ihr egal. Also bin ich ihr egal. Dann ist mir auch egal, was sie von mir will."
Außerdem klingt ein komplizierter Sprachstil oft wichtig, sagt aber wenig. Der Haken ist, dass es Fachleuten oft viel leichter fällt, „schwierig” zu schreiben. Fachbegriffe zu vermeiden, ist eine bewusste Entscheidung für eine Übersetzungsarbeit.
Eine gute Übung ist es, sich vorzustellen, das eigene Fachthema zum Beispiel einer unbeteiligten Nachbarin oder einem dreizehnjährigen Teenager zu erklären. So, dass er oder sie es leicht verstehen könnte!
Es lohnt sich: Die richtige Sprache zu wählen ist eine große Chance für Lösungen, Verbundenheit und Kooperationslust.
Den Deutungsrahmen („Frame“) bewusst setzen
Zur Sprache gehört zudem das Framing: Begriffe erzeugen spontan innere Bilder, sie „rufen Frames auf“, also Deutungsrahmen. Ein Beispiel: Eine neu eingerichtete Schulstraße kann als Schikane für Durchfahrende oder als mehr Sicherheit für Kinder „geframed“ werden.
Als Kommunizierende können wir versuchen, positive Framings anzubieten. Solche Framings können Mut und Lust machen, denn sie setzen ein positives Vorzeichen. Mit den folgenden Begriffswelten erreichen Sie eher Offenheit und Zuspruch:
Leben gestalten, Stolz, Wahlfreiheit, Gerechtigkeit, Spaß, Hinzugewinnen, Mitmachen, Orientierung, Sicherheit, Fairness, Effektivität, Wirtschaftlichkeit, Ordnung, Beziehung, Bestätigung, Verbesserung, Verlässlichkeit oder Zuversicht.
Hintergründe und Beispiele zum Framing bei denWissens-Werkzeugen.