Den Blick weiten
Positive Emotionen weiten den Blick. Damit werden Lösungen denkbar, die wir in einer ängstlichen Stimmung niemals erwägen würden. Positive Emotionen stimmen uns toleranter, wohlwollender und gelassener. Sie machen uns eher bereit, mit anderen zusammenzuarbeiten. Außerdem erinnern wir uns eher an Botschaften, die ein gutes Gefühl ausgelöst haben.
Die Neurowissenschaften haben viele Erkenntnisse über unsere emotionale Welt gewonnen, die wir für die Mobilitätkommunikation nutzen können. Grundlegend ist:
Menschen reagieren zuerst emotional, nicht rational.
→ Das entscheidet über Offenheit für eine Kommunikation oder spontane Abwehr.
Wenn also ein Infobrief, Flyer, Newsletter, Instagram-Post oder Plakat auf uns zukommt, löst das eine schnelle Reaktion aus, instinktiv. Eben emotional. Eine Art Vorsortierung unseres Ur-Gehirns:
- „Ah, sieht interessant aus, könnte gut für mich sein.“ Damit hätte die Kommunikation ihr erstes Ziel erreicht.
- „Besser weglaufen oder ablehnen!“ Dann wäre die Kommunikation vorerst gescheitert.
Dieses sogenannte schnelle System soll uns vor Gefahren bewahren – das ist seine Funktion. Emotionen leiten damit Entscheidungen. Unser Gehirn beginnt nach der ersten Reaktion zwar ein vielstimmiges inneres Gespräch, an dem verschiedene Hirnareale beteiligt sind – auch das Vernunftzentrum. Doch das erste Gefühl hat einen starken Einfluss darauf, wie wir eine Kommunikation und ihren Absender bewerten. (Hintergründe bei den Wissens-Werkzeugen)
Wie also sprechen wir positive Emotionen an?
Positive Emotionen können entstehen, wenn Grundbedürfnisse erfüllt werden: Zugehörigkeit, Kontrolle, Selbstwert und freudige Leichtigkeit.
→ Werden diese Grundbedürfnisse erfüllt, können wir mit Neugier, Offenheit und Bereitschaft rechnen. Werden sie missachtet, müssen wir uns kaum über Abwehr wundern.
Gegenwehr folgt auf Zwang, Druck oder Verbote. Man nennt diese Reaktion „Reaktanz”, also das Gegenteil von Akzeptanz.
→ Menschen verteidigen ihre Autonomie und Kontrolle („Ich muss gar nichts! Dann erst recht!“), selbst wenn ihnen das Nachteile bringt.