„Ist das viel? Oder wenig?“
Zahlen, Daten und Fakten stehen im Zentrum jeder Mobilitätsentwicklung: von der errechneten Verkehrsentlastung, die ein neuer Radweg bringt, über bereitstehende Fördersummen bis hin zu den Echtzeitdaten von mobidata-bw.de, die jede aktuell freie Ladesäule im Land zeigen.
Dennoch bleiben viele Zahlen für Nicht-Fachleute abstrakt und schwer begreifbar. 45.000 Fahrräder im Jahr 2025 an der Zählstelle Kirchberg an der Murr … Ist das viel? Oder wenig?
Zahlen in ein Verhältnis zu etwas Bekanntem setzen
Bezugsgrößen sind Vergleiche, Erfahrungen, Sprachbilder oder Visualisierungen. Erst dann werden Zahlen greifbar; erst dann wecken sie Aufmerksamkeit beim Publikum; erst dann werden sie zu einem kommunikativen Werkzeug.
Bei rätselhaften Zahlen oder Daten durchsucht unser Gehirn blitzschnell alle Milliarden von bestehenden Verbindungen: Ist ein Anker zu finden, an den es die Zahl andocken und so mit Bedeutung füllen kann? Mit einem Vergleich („Das ist wie wenn ganz Kirchberg an der Murr zehnmal an der Zählstelle vorbeifährt.“) kann das Gehirn eine Verknüpfung herstellen. Ein inneres Bild entsteht.
Die Mühe lohnt sich, denn das schafft zudem Vertrauen gegenüber der Information und ihrem Absender. Ein Vergleich kann auch in ein persönliches Erlebnis oder eine Anekdote eingeflochten werden. (vgl. Storytelling).
Einige Beispiele:
- Zum 1. Juni 2026 waren in Baden-Württemberg 35.137 öffentlich zugängliche Ladepunkte erfasst. Damit teilen sich rechnerisch knapp zehn E-Autos einen öffentlichen Ladepunkt. Das ist ein guter Ausgangswert.
- In Baden-Württemberg haben die Fahrgäste 2024 im Linienverkehr insgesamt 8,8 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt. Das entspricht einer Entfernung von rund 59-mal zur Sonne oder 220.000-mal um die Erde.
- 2025 wurden an Bundes- und Landesstraßen in Baden-Württemberg mehr als 340 Kilometer Fahrbahnen saniert. Das ist, als würde eine Verbindung von Mannheim über Stuttgart bis Konstanz erneuert.
„Das ist wie …“
– Sprachbilder und Metaphern helfen dem Gehirn auf die Sprünge. Die Übung „das ist …" oder „das ist wie …“ ist eine gute Anleitung, um Vergleiche und Metaphern zu finden:
Alltagstaugliche Mobilität ist …
- wie ein Fluss,
- wie ein Orchester,
- wie ein gut sortierter Werkzeugkasten,
- wie ein sicheres Netz,
- das Rückgrat der Lebensgestaltung,
- die Sprache einer Stadt.
Studien zur Aufmerksamkeitsspanne zeigen, dass unsere Informationen sowieso oft nur Millisekunden haben, um Aufmerksamkeit zu wecken: Menschen scannen sehr schnell, ob ein Inhalt relevant ist. Umso mehr muss er auf einen Blick begreifbar sein. Zudem werden wir in der aktuellen Medienwelt insgesamt ungeduldiger mit Inhalten.
Mehr dazu bei den Wissens-Werkzeugen.