Der amerikanische Politikwissenschaftler Robert Axelrod experimentierte mit dem sogenannten Gefangenendilemma (1984): Im Versuchsaufbau des Gefangenendilemmas könnten zwei Spieler – „Gefangene“ – gemeinsam das beste Ergebnis erreichen. Sie haben aber jeweils den Anreiz, sich eigennützig zu verhalten. Am Ende verlieren beide, wenn Vertrauen zueinander fehlt. Das Ergebnis seiner berühmten Versuche hat bis heute Einfluss auf Kommunikations- und Verhandlungsstrategien.
Es lässt sich vereinfacht so zusammenfassen: Alle Seiten gewinnen im Ergebnis, wenn sie mit Vertrauen kooperieren.
Vertrauen als kluge Strategie
Axelrod spielte in diesem Versuchsaufbau verschiedene Strategien durch.
Als überlegen stellt sich die Strategie Tit for Tat heraus, wörtlich übersetzt “wie du mir, so ich dir”, gemeint ist eher “Zusammenarbeit auf Gegenseitigkeit”:
- sich immer zuerst kooperativ zeigen,
- dann spiegelnd auf das Verhalten des Gegenübers reagieren, also unkooperatives Verhalten deutlich, aber deeskalierend kommentieren
- und dann erneut zusammenzuarbeiten.
Das lässt sich teilweise auf gemeinsame Aufgaben von Kommunen und Zivilgesellschaft übertragen.
Für uns bedeutet das: Vertrauensvorschuss ist kein naives Entgegenkommen, sondern auch eine behördliche Strategie, die Zusammenarbeit wahrscheinlicher macht: freundlich beginnen, auf Kooperationsbereitschaft mit Kooperation reagieren und nach Störungen wieder bereit sein, zur Zusammenarbeit zurückzukehren.