Erzähle Geschichten vom Sinn und Nutzen

Beispiele und Musterlösungen

Aus dem Alltag erzählen 

Worum geht's?

„Sharing Stories“ nennt die Landesagentur KEA-BW ihre Kurzinterviews zum Thema Carsharing. Diese hat sie 2026 auf mit der neuen Webseite für Carsharing veröffentlicht.

Kommunikativ wirksam:

Die Geschichten geben konkrete Antworten auf alltagspraktische Fragen zum Thema Carsharing. Die Antworten kommen von „echten" Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und mit unterschiedlichen Alltagsbedürfnissen. 

Auffällig ist hier der Ton: nicht überredend, nicht moralisierend, sondern ehrlich. Die Auswahl der Personen ist gelungen. Sie erzählen entspannt und sind authentisch. Probleme, Bedenken, Hürden werden offen angesprochen. Die Sharing Stories bieten eine Identifizierung an: Das könnte auch ich sein. So setzen sie einen Prozess in Gang: Carsharing könnte ebenfalls etwas für mich sein.

Die Carsharing-Plattform ist eine Initiative des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg. 

Mit Begeisterung von der Arbeit im Ministerium erzählen – und berühren

Worum geht's?

Fachkräfte schildern im Fachkräfteportal: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, was sie an ihrer Arbeit gut finden. 

Kommunikativ wirksam:

Das Fachkräfteportal gewährt einen authentischen Einblick in den Alltag. Je Berufsbild wurden konkrete Personen befragt und sie schildern emotional-authentisch auf welche Weise ihre Aufgabe bewegt.

Visualisierungen einsetzen – heute und morgen, vorher und nachher

Worum geht's?
Visualisierungen helfen zu zeigen, wie konkrete Straßen und Plätze in Gemeinden Baden-Württembergs aussehen können. Das kann bei Menschen positive Assoziationen, Vorfreude oder sogar Sehnsucht auf einer unbewussten, emotionalen Ebene auslösen. 

Kommunikativ wirksam:
Eine Vorstellung vom Ziel, eine Vision, motiviert und ermutigt, sich auf den Weg zu machen – anders als die Vorstellung einer Baumaßnahme, die wie ein Berg vor der Verwaltung steht. Vorher-Nachher-Visualisierungen vereinfachen zudem die Kommunikation in der Bürgerbeteiligung. Auf der Seite von aktivmobil kann man dank zahlreicher Visualisierungen von Ortsmitten in die Städte von morgen eintauchen.

Besonders gut dabei: Sie zeigen Varianten von wenig bis viel Umgestaltung. Wahlmöglichkeiten signalisieren dem Gehirn Autonomie und Kontrolle – das erfüllt ein wichtiges Grundbedürfnis (vgl. Wissen-Werkzeuge). Dieser Effekt wiederum steigert Offenheit und Akzeptanz.

Die Veranstaltungs-Plattform Baustellen als Chance von Klima Mobil verwendet KI-Visualisierungen, die eine Zielvision zeigen: Sie kombinieren die Verkehrsarten und stellen Begrünung als wünschenswert dar – und nicht als Verkehrshindernis. Der Grad der Begrünung ist vielleicht etwas höher als später umsetzbar. So lange die Bilder aber nicht als irreal oder rein utopisch wahrgenommen werden und zugleich behördlich seriös bleiben, funktionieren sie als wünschenswerter Soll-Zustand sehr gut.

Und: Bilder wirken unmittelbar und schnell. Ohne dass wir Worte dazu bilden müssen. 

Freie Gehwege aus der Perspektive von mobilitätseingeschränkten Personen

Worum geht's?

In Geschichten und persönlichen Erzählungen können wir besser verstehen, welche Bedürfnisse andere haben – und wieso eine Umgestaltung ein Gewinn sein kann.

Kommunikativ wirksam:

Die Stadt Heidelberg hat begleitend zur Initiative Freie Gehwege in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Behindertenbeauftragten sowie mit Anwohnenden ein Video erstellt. Hier berichten die Menschen von ihren Alltagsproblemen und ermöglichen, die Lebenssituation von mobilitätseingeschränkten Personen nachzuvollziehen.
 

Heldenreisen in Videoform

Worum geht's?

Die Landesauszeichnung “Wir machen Mobilitätswende” hat 2020, 2022, und 2025 in einem Wettbewerb herausragende Projekte in Baden-Württemberg ausgewählt und anschließend Kurzfilme gedreht, die die Menschen und Geschichten dahinter zeigen.

Kommunikativ wirksam:

Die Videoserzählen über das Werden der Projekte, über überwundene Hindernisse, gefundene Lösungen, gelungene Partnerschaften, Gemeinschaft und gemeinsame Ziele. Die Storylines folgen im weitesten Sinne dem Erzählmuster der Heldenreise: Dieses Muster fällt uns sehr leicht, zu verstehen. Wir können mitschwingen und ahnen, dass es gut ausgeht und am Ende des Videos ein gelungenes Projekt auf uns wartet!

Konkrete Situationen im Alltag aufgreifen 

Worum geht's?

Kort ritje? Da’s zo gefietst! – „Kurzer Weg? Das ist doch schnell mit dem Fahrrad gemacht.“ Eine Kampagne des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wassermanagement motiviert ganz alltagsnah dazu, kurze Wege mit dem Rad zurückzulegen. Dabei setzt sie an konkreten Mobilitätssituationen an, nicht an Verkehrsmitteln.

Kommunikativ wirksam:

Die Kampagne thematisiert bewusst bei kurzen Strecken, die auch in den Niederlanden nach wie vor oft mit dem Auto zurückgelegt werden: Ein Drittel der niederländischen Autofahrten ist kürzer als fünf Kilometer. Statt aber abstrakt mit Klimaschutz oder nachhaltige Mobilität zu argumentieren, werden alltägliche Situationen gezeigt. Der Gang zum Bäcker, zu Arbeit oder Studium, das Einkaufen – alles auf dem Rad. Die Botschaft: Für einen kurzen Weg ist das Fahrrad eine naheliegende Option. 

Mittlerweile gibt es eine App mit Challenges, Punkten, Medaillen und Belohnungen. Regionen und Kommunen können Kommunikationsmaterialien wie Poster und Social-Media-Beiträge nutzen. 

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