Wir orientieren uns am Verhalten der Menschen in unserer Umgebung. Dabei erkennen wir soziale Nomen: was man offensichtlich tun soll und was üblich ist. Soziale Normen beeinflussen menschliches Verhalten. Das ist durch empirische Versuche sehr gut erforscht. Ein Zitat macht das deutlich:
„Unsere Studien zeigen: Schon die reine Information, was die Mehrheit gerade denkt, hat großen Einfluss auf Verhalten: mehr, als wenn mir jemand auf die Finger haut.“
(Hans Peter Erb, Sozialpsychologe Universität Hamburg im Interview 2019, hsu-hh.de/soziale-normen)
Was tut die Mehrheit der anderen?
Ein Beispiel: In Kopenhagen geben viele an, Rad zu fahren, „weil es praktisch ist und weil es alle machen“. Kinder lernen früh, dass Fahrradfahren „normal“, in der Norm, ist – das erzeugt eine starke sichtbare Norm.
Zwei Elemente sind wichtig, wenn wir soziale Normen für die Kommunikation einsetzen, um Menschen eine veränderte Wahrnehmung anzubieten: darstellen, was eine Mehrheit tut und was es bewirkt.
„Schon 78 von 120 Kommunen über 50.000 Einwohnern in BaWü setzen Parkraummanagement um und erweitern die Spielräume vor Ort.“
„Drei Viertel aller Anwohner der Ludwigstraße haben ihre Einschätzung der Verkehrssituation abgegeben und bestimmen dadurch die zukünftige Gestaltung mit.“
Hier wirken die zwei Elemente zusammen: das stimmige Gefühl, die soziale Norm zu leben, und die attraktive Aussicht auf Selbstwirksamkeit.
Motivierend wirkt auch eine indirekt mitgeteilte soziale Norm: „Wir freuen uns über die vielen guten Rückmeldungen“. Das bedeutet:
- „Viele” haben etwas positiv bewertet,
- dann sollte ich dieses „etwas“ ebenfalls kennenlernen!
Ein Versuch mit den folgenden Türhängern in Hotelzimmern hat gezeigt, dass viele Menschen ihre Handtücher nicht jeden Tag wechseln lassen, wenn sie erfahren, dass eine Mehrheit der anderen so handelt: