Nach dem Anschauen erhielten die Versuchspersonen eine einfache Anweisung:
Schreiben Sie auf, was passiert ist.
Eine Mehrheit hatte Handlungen erkannt (oft einen Konflikt), manchmal auch lebendige Personen (beispielsweise eine Familie). Das Experiment zeigt, wie stark Menschen dazu neigen, beobachtete Phänomene oder Vorgänge zu deuten und in Geschichten einzuordnen.
Menschen deuten alles – besonders Informationslücken!
Der Film ist Kern einer Studie von Fritz Heider und Marianne Simmel von 1944. Sie wird als Beginn der Attributionsforschung, der „Zuschreibungsforschung“, bezeichnet: Wir suchen in dem, was wir beobachten, Sinnzusammenhänge, Ursachen und handelnde Akteure – selbst bei einfachen geometrischen Formen.
Für Kommunikation kann das zum Beispiel bedeuten, dass Hintergrundstorys zu Bauprojekten eine positive Grundstimmung erzeugen können. Denn Betroffene oder Anwohnerinnen und Anwohner werden sich sowieso eine Geschichte zu den Informationslücken „zusammenreimen“.
- Wie ist der Baufortschritt: Was passiert hinter dem Bauzaun?
- Worauf lohnt sich Vorfreude?
- Welche Menschen stehen dahinter und kümmern sich?
So wird eine belastende Bauphase eher als Teil einer nachvollziehbaren, sinnvollen Entwicklung erkennbar.