Zu viel Fachsprache verstärkt Skepsis und Unsicherheit

Viele Fachbegriffe machen es schwer einen Text zu verstehen, wenn man nicht selbst vom Fach ist. Das ist nicht überraschend. Eine Studie aber zeigt: Informationen in einer komplizierten Fachsprache beeinflussen auch die Haltung gegenüber einer vermittelten Maßnahme.

In einem Experiment mit 650 Teilnehmenden wurden an der Ohio State University Informationen zu neuen Technologien – darunter selbstfahrende Autos – einmal mit vielen Fachbegriffen und einmal in einfacher Sprache präsentiert. Fachsprache führte dazu, dass die Informationen als deutlich schwieriger zu verarbeiten wahrgenommen wurden. Dieser Effekt blieb bestehen, selbst wenn Erklärungen der Fachbegriffe angeboten wurden. 

Die schwierigere Verarbeitung hatte aber weitere Folgen: Sie ging mit stärkerem Widerstand gegen die Botschaft einher – etwa mehr Gegenargumenten und Reaktanz –, mit einer höheren Risikowahrnehmung und schließlich mit geringerer Unterstützung für die vorgestellten Technologien. Die Autoren folgern daraus, dass Fachjargon Akzeptanz nicht allein deshalb beeinträchtigen kann, weil Menschen einzelne Begriffe nicht verstehen. Schon das Gefühl, dass eine Information mühsam zu verarbeiten ist, kann Skepsis und Widerstand verstärken. 

Auch für die Kommunikation von Verkehrsprojekten lässt sich daraus eine Empfehlung ableiten: Werden etwa neue Verkehrsführungen, Parkraummanagement oder Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vor allem mit planerischen Fachbegriffen, Abkürzungen und komplexen technischen Erläuterungen kommuniziert, könnte dies die Akzeptanz zusätzlich erschweren. Widerstand, Ängste und Risikogefühle werden verstärkt. Die Forschenden selbst verweisen darauf, dass vergleichbare Effekte auch für politische und administrative Entscheidungszusammenhänge relevant sein könnten. 

Verständliche Sprache ist also nicht nur eine Frage der Barrierefreiheit. Sie kann mitentscheiden, wie riskant, glaubwürdig und unterstützenswert eine Maßnahme wahrgenommen wird. 

Zur Studie: 

Jargon as a barrier to effective science communication: Evidence from metacognition