Die Wahrnehmung, dass eine Anordnung im Verkehr die persönliche Freiheit einschränkt, ist der stärkste Treiber für Ablehnung: wenn sie als Verlust persönlicher Handlungsmöglichkeiten erscheinen. Erfolgreicher ist es, den möglichen Gewinn zu betonen: mehr Sicherheit, sauberere Luft, weniger Lärm und mehr öffentlicher Raum. Wenn es möglich ist, sollten Kommunizierende eine Form von Freiheit und Lebensqualität vermitteln. Gut nachvollziehbar sinken Widerstände außerdem, wenn gute Alternativen vorhanden und sichtbar sind. Ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr oder sichere Radwege helfen dabei, Gefühle von Zwang und Einschränkung zu verringern. Kommunikation kann attraktive Angebote stärken.
So weit ist das vermutlich wenig überraschend. Interessant an dieser Studie ist es, dass moralische Appelle oder der Versuch, Druck auszuüben, sogar Menschen vergrätzt, die der Maßnahme eigentlich positiv gegenüberstanden. Intrinsische Motivation geht damit verloren. Sogar Anreize können als Kränkung verstanden werden („Die denken, wir tun nur etwas, wenn wir etwas dafür bekommen“). Eine Maßnahme kann also Einstellungen und Werte negativ beeinflussen – und damit das Zielverhalten.
Die zentrale Botschaft lautet deshalb: Kommunikation sollte so weit wie möglich Wahlmöglichkeiten und der Gewinn an Lebensqualität in den Mittelpunkt stellen. Selbstverständliche Voraussetzung dafür ist das Vertrauen in die zuständigen Institutionen! Besonders, wenn Anordnung oder Verpflichtung unumgänglich sind.
Zur Studie: An empirically based dynamic approach to sustainable climate policy design | Nature Sustainability