Ob es zu einem weiter entfernten Arbeitstermin, zum Familienbesuch am Bodensee oder in den Sommerurlaub Richtung Süden geht – auf Langstrecken möchten die meisten einfach effizient ankommen. Das geht heutzutage nicht nur mit Verbrennern, sondern auch mit E-Autos richtig gut.
Dabei gilt: Nicht die größte Batterie entscheidet über die Langstreckentauglichkeit von E-Autos, sondern das Zusammenspiel aus Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Denn aussagekräftiger als die reine WLTP-Reichweite (der Wert, der offiziell von Fahrzeugherstellern angegeben wird bei der Vermarktung von Fahrzeugen), ist die sogenannte Gesamtreichweite. Nach Definition des ADAC ist damit gemeint: die Strecke, die ein Auto mit 90 Prozent der vollen Batterieladung plus einem kurzen 20-minütigen Ladestopp tatsächlich zurücklegen kann.
Ein Blick auf unabhängige Tests zeigt, dass so manches E-Auto mit kleinerem Akku am Ende schneller ans Ziel kommt als ein vermeintlicher Reichweiten-Champion.
Die Rechnung, die wirklich zählt
Reichweite ist die Zahl, mit der viele Hersteller am lautesten werben – ähnlich wie früher die PS-Zahl. Aber: Für die Praxistauglichkeit wird die Ladeleistung zunehmend wichtiger, während die reine Batteriegröße an Bedeutung verliert. Reichweite und Ladegeschwindigkeit bestimmen gemeinsam, wie schnell du auf der Langstrecke vorankommst.
Der ADAC hat dafür eine eigene Kennzahl entwickelt, die näher an der Praxis liegt: die Gesamtreichweite. Sie setzt sich aus zwei Kennzahlen zusammen:
- 90 Prozent der real gemessenen Reichweite. (Die restlichen 10 Prozent gelten als Puffer, weil kaum jemand den Akku bis auf null fährt.)
- Die Reichweite, die sich in 20 Minuten an einer Schnellladesäule nachladen lässt.
Gesamtreichweite und Ladeschwankungen
Wieso du lieber auf die ADAC-Gesamtreichweite statt auf die reale Reichweite achten solltest? Das zeigt ein einfaches Vergleichsbeispiel: