Dienstagmorgen, Büroküche. Deine Kollegin gießt sich Kaffee ein und sagt: „Wir haben uns jetzt ein E-Auto gekauft. Gebraucht, drei Jahre alt – und fast die Hälfte vom Neupreis gezahlt. Ein richtiges Schnäppchen, oder?"
Du nickst, und fragst dich: „Wie kann ein drei Jahre altes Auto halb so viel kosten wie ein Neues? Was taugt das Auto noch?“
Bei E-Autos gilt heute meist noch: Der Wertverlust ist das Risiko des Erstkäufers. Und die Chance des Gebrauchtkäufers. Doch woran liegt das? Das erklären wir dir.
Auf einen Blick: Wann passt ein gebrauchtes E-Auto zu dir?
Ein gebrauchtes E-Auto lohnt sich für dich, wenn du drei Punkte mit Ja beantwortest:
- Du willst viel Auto für möglichst wenig Geld – gut ausgestattet, wenig Kilometer.
- Du fährst überwiegend Alltagsstrecken – Pendeln, Einkaufen, Stadt.
- Du möchtest planbare Ladekosten statt schwankender Spritpreise.
Wichtig: Prüfe den Batteriezustand vor dem Kauf! Ein SoH-Zertifikat (SoH: State of Health = Batteriegesundheit) kostet nur 100 bis 150 Euro und gibt dir Sicherheit – viele Händler legen es bereits bei.
Die Restwert-Entwicklung: Verschiedene Antriebe im Vergleich
Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) veröffentlicht regelmäßig Restwert-Daten für den Gebrauchtwagenmarkt.
Dabei zeigt sich: Ein gebrauchtes E-Auto lohnt sich. Denn ein drei Jahres altes batterieelektrisches Fahrzeug mit einer Laufleistung von ca. 15.000 bis 20.000 Kilometern ist laut DAT noch 50,3 Prozent seines ehemaligen Listenpreises wert. Bei gleichem Alter und Laufleistung liegt der Restwert beim Benziner noch bei 63,5 Prozent, beim Diesel bei 62,2 Prozent.
Zum Vergleich: Anfang 2023 lag der Restwert dreijähriger E-Autos noch bei 61,5 Prozent. Seitdem ist er um über 11 Prozentpunkte gefallen – allerdings sanken auch die Restwerte von Benziner und Diesel um circa 6 Prozent.
Doch woran liegt der höhere Preisverlust beim E-Auto? Wer ein gebrauchtes E-Auto kauft, bekommt häufig ein technisch hochwertiges Fahrzeug, dessen niedrigerer Preis nur zum Teil auf echte Abnutzung zurückzuführen ist. Oft wirken vor allem äußere Faktoren auf den Preis: junge Leasingrückläufer, schnelle Modellwechsel und Förderungen für Neuwagen.