Ein zuverlässiges, günstiges Gebrauchtauto – welches macht das Rennen?

Du suchst ein neues Auto, scrollst durch Inserate, klickst dich durch widersprüchliche Bewertungen und weißt am Ende genauso wenig wie zuvor? Worauf es bei der Suche eigentlich ankommt.

Du suchst gezielt nach Gebrauchtwägen. Denn du weißt, dass der größte Preisverfall bei Neuwägen in den ersten drei Jahren passiert, obwohl die Autos technisch noch sehr gut sind. 

Deine Anforderungen sind überschaubar: 

Du fährst nur kurze Pendelstrecken. Mehr als 75.000 Kilometer wirst du in den nächsten 5 Jahren also vermutlich nicht fahren. Zudem soll das Auto möglichst vibrations- und geräuscharm sein und möglichst selten zur Reparatur in die Werkstatt müssen. 

So wenige Besichtigungstermine wie möglich sollen es außerdem sein. Das Ideal: einmal hinfahren, kaufen, mitnehmen. 

Dabei stellt sich für dich noch die Frage: Welcher Antrieb soll es sein? Der klassische Verbrenner oder doch vollelektrisch? Was spricht dafür, was dagegen? Dieser Artikel hilft dir weiter.

Wie findest du deinen Gebrauchtwagen möglichst clever?

Wie schnell du deinen passenden Gebrauchtwagen findest und ob ein Elektroauto sich für dich rechnet, hängt von deinen Rahmenbedingungen ab. Der folgende kurze Überblick gibt dir Orientierung.

Auf einen Blick

Je besser du zu Beginn filterst, desto schneller findest du das passende Auto für dich. Am besten überlegst du dir, was dein Auto bereits hat und du nicht vermissen möchtest. 

Typische Kriterien können sein:

  • Navigationssystem
  • Rückfahrkamera 
  • USB-Anschlüsse
  • Automatik 
  • Nichtraucherfahrzeug
  • Maximal zwei Vorbesitzer
  • Scheckheftgepflegt/insgesamt zuverlässig
  • Geringer Verbrauch 
  • Möglichst wenig laufender Aufwand (Ölwechsel, Werkstatt, Diagnosegeräte)

  • Elektroauto: Wenn du ruhiges Fahren und wenig Wartung möchtest und kalkulierbare Kosten für dich Priorität haben. Lasse hier am besten vorab den Batteriezustand prüfen und dokumentieren.
  • Verbrenner: Wenn keine Lademöglichkeiten in deinem Alltag vorhanden sind (zum Beispiel Stellplatz oder Garage zu Hause oder Ladesäulen am Arbeitsplatz oder in der Nähe) oder du das Auto innerhalb von weniger als 3 Jahren wieder abgeben möchtest.

  • Formel (eigene Berechnung): (Kilometer/Monat) ÷ 100 × (Kilowattstunde/100 Kilometer) × Strompreis
  • Beispiel mit Haushaltsstrom in der Wallbox: 1.000 Kilometer, 20 Kilowattstunde/100 Kilometer, 0,35 Euro/Kilowattstunde = 70 Euro/Monat
  • Zum Vergleich für die gleiche Strecke mit einem Benziner: 7 Liter/100 Kilometer und Spritkosten von 1,73 Euro = 121,10 Euro/Monat

Worauf es beim Motor ankommt 

Prinzipiell gilt beim Elektromotor – weniger Teile, weniger Sorgen. Während Verbrenner mit Auspuffanlage, Öl, Filter, Keilriemen und Wasserpumpe einige Angriffsflächen für größere oder kleinere Reparaturen liefern, kommt es beim E-Auto vor allem auf die Batterielebensdauer an.

Sorgenfaktor Batterie?

Moderne Elektroautos haben in der Regel Batteriegarantien von etwa 8 Jahren oder 160.000 Kilometern. Die Erfahrung zeigt: Entweder treten Probleme früh auf (dann greift die Garantie) oder die Batterie hält sehr lange (über 400.000 Kilometer). 

Nach 100.000 Kilometern ist in der Regel immer noch 90 Prozent Kapazität vorhanden. Und selbst nach 200.000 bis 300.000 Kilometern liegt die Kapazität laut Geotab-Untersuchung noch bei 87 Prozent. Bei einer Neuwagen-Reichweite von 500 Kilometern wären das noch 435 Kilometer. 

Außerdem: Der Batteriezustand lässt sich genau messen und dokumentieren. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kannst du diesen vor Kauf also überprüfen lassen. 

Fazit: Elektromotoren gelten nicht als klassisches Verschleißteil. Sie sind für sehr lange Laufleistungen ausgelegt. Im normalen Fahrzeugleben sind sie kein geplanter Austauschposten. 

Ein Verbrennungsmotor ist hier technisch komplexer und hat mehr Bauteile, die stärkerem Verschleiß unterliegen.

Wusstest Du? 

Warum Autobatterien anders sind als Handyakkus 

Ein Vergleich mit dem Handy hinkt. Autobatterien haben aufwändige Kühl- und Ladesysteme, die sie schonen. Und sie werden nie komplett leer gefahren oder randvoll geladen – im Gegensatz zum Smartphone, das du häufig von 0 auf 100 Prozent lädst.

Warum du vor allem beim gebrauchten E-Auto gerade gewinnen kannst 

Der Gebrauchtwert eines Fahrzeugs hängt von vielen Faktoren ab. Stark ins Gewicht fallen dabei:

  • Modell und Marke
  • Marktumfeld
  • Vertrauen der Käuferinnen und Käufer 

Du weißt, dass der größte Preisverfall bei Neuwägen in den ersten drei Jahren passiert. So ist ein E-Auto nach drei Jahren noch rund 50 Prozent des ursprünglichen Listenpreises wert, beim Benziner sind es rund 63 Prozent. 

Kaufst du ein neues E-Auto, bekommst du zwar die aktuelle Technik – und mit der neuen Kaufprämie je nach Einkommen bis zu 6.000 Euro Rabatt. Aber du kaufst auch den möglichen Wertverlust mit. Wenn du vorhast das Auto nach kurzer Zeit wieder auszutauschen, lohnt sich ein Neuwagen nur selten für dich. 

Beim Gebrauchtkauf steigst du nach dem Werteinbruch ein. Dazu kommt: Der Gebrauchtmarkt wird gerade von Leasingrückläufern geflutet. Das sind gut ausgestattete Dienstwagen aus den Zulassungsjahren 2022 und 2023, die jetzt zurückkommen und die Preise aufgrund der hohen Anzahl und geringeren Nachfrage drücken.