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Vernetzte Mobilität
  • Eröffnung der neuen E-Bike-Station in Schwieberdingen am 11.9.2014. Bild: © Deutschland - Land der Ideen/Wolfram Scheible

Nachhaltig, mobil, regional

Schnell und günstig von A nach B zu kommen ist heute wichtiger denn je. Seit 2011 fördert die Initiative NAMOREG (Nachhaltig mobile Region Stuttgart) innovative Mobilitätsideen, die im Raum Stuttgart getestet werden. Welche Projekte finanziert wurden und welche Erfolge es bisher gab, erklärt Rainer Gessler, Leiter der NAMOREG-Geschäftsstelle im Interview.

Herr Gessler, NAMOREG wurde gemeinsam vom Land Baden-Württemberg, dem Verband "Region Stuttgart" und der Stadt Stuttgart im April 2011 gegründet. Warum diese Kooperationspartner?
Rainer Gessler: Durch die Kooperation mit der Stadt Stuttgart und dem Verband wurden Kompetenzen und Kräfte gebündelt. Das war uns von Anfang an sehr wichtig und die Kons-tellation hat sich bewährt. Darüber hinaus haben auch die Landkreise und Kommunen un-heimlich viel geleistet. Nicht nur das Land hat Mittel eingebracht, sondern auch viele Andere.

Es ging also auch um die Kofinanzierung?

Rainer Gessler: Definitiv. Sowohl die Stadt und der Verband als auch die Projektpartner,  Städte und Gemeinden haben je nach Projekt finanzielle Mittel in unterschiedlicher Höhe zur Verfügung gestellt. Das Land hat insgesamt sieben Millionen Euro aufgewendet. Diese Summe ist fix und theoretisch zeitlich begrenzt bis Ende dieses Jahres.

Inwiefern theoretisch?
Rainer Gessler: Wir haben Projekte, die erst im Sommer gestartet sind und eine Laufzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren haben. Für sie ist die Finanzierung gesichert. Anträge für neue Projekte werden natürlich nicht mehr angenommen. Das Projekt „moveBW“ war das letzte Projekt, das aus Restmitteln finanziert wird. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb für Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich mit nachhaltiger Mobilität und Ver-kehrssteuerung beschäftigen.

Nach welchen Kriterien wurden die Projekte ausgewählt?

Rainer Gessler: Die Förderung des Verkehrsbereichs stand im Vordergrund. Ziel war es, in-novative und nachhaltige Mobilitätskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Alle Projekte sollten alltagstauglich sein und den Bürgern und Bürgerinnen einen Nutzen bringen.

Wie viele Projekte wurden insgesamt gefördert und finanziert?

Rainer Gessler: Seit 2011 wurden insgesamt 11 Projekte finanziell unterstützt. Ein Projekt, das sich mit dem Thema Echtzeit für alle 1.500 Busse des Verkehrs- und Tarifverbunds Stutt-gart beschäftigt hat, war das erste, das gefördert wurde. Echtzeitinformation bedeutet, dass Fahrgäste nicht nur über den Fahrplan, sondern auch über die tatsächlichen Abfahrtszeiten von Bahnen und Bussen informiert werden. Gerade im ländlichen Raum ist die Information über etwaige Verspätungen und die Sicherung von Anschlüssen besonders wichtig. Damit wurde der Öffentliche Personennahverkehr auf eine neue Qualitätsstufe gehoben und somit auch die Kundenzufriedenheit verbessert.

Welche Projekte gab es noch?
Rainer Gessler: Es wurde eine App entwickelt, über die jederzeit Daten zur aktuellen Ver-kehrslage und -dichte, zur Parkplatzsituation ebenso wie alternative Routen im Raum Stuttgart über das Smartphone abrufbar sind – und das ganz gleich, ob man mit Bus oder Bahn, dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs ist. Darüber hinaus gibt es Projekte in den Bereichen E-Bürgerbus, regionale Expressbusse, Siedlung und Verkehr, Park and Ride sowie Reduzierung des Verkehrsaufkommens in einem Stadtteil. Für das Projekt NAVIGAR hat zum ersten Mal die öffentliche Hand mit einem privaten Navigationsanbieter zusammengearbeitet. Das Besondere ist, dass keine alternativen Routen durch Wohngebiete angeboten werden.

Gab es bereits Regionen, die erprobte Mobilitätskonzepte übernommen haben?
Rainer Gessler: Die gibt es. In Karlsruhe und Offenburg, wurden entsprechend dem Stuttgarter Regions-Projekt „NETZ-E-2-R“ Pedelec-Stationen an S-Bahnhaltepunkten installiert. Es können erstmals Pedelecs rund um die Uhr und ganzjährig ausgeliehen werden. Außerdem können Pedelec-Eigentümer hier ihre Räder sicher unterstellen und sogar laden. Es entstehen nur geringe Kosten, Pendler mit Jahresticket zahlen noch weniger.

Welche Bilanz ziehen Sie mit Blick auf NAMOREG?
Rainer Gessler: Es hat sich absolut gelohnt. Die Projekte haben alle handfeste Ergebnisse und einen konkreten Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger in der Region hervorgebracht.