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Betriebliche Mobilität
  • Bild: © Flinc

Flinc oder TwoGo: Wie Unternehmen mit Fahrgemeinschaften punkten

Immer mehr Unternehmen und Kommunen setzen auf kostengünstige und umweltschonende Mobilität. App-basierte Fahrgemeinschaftsdienste wie Flinc oder TwoGo sind dabei Wegbereiter eines neuen betrieblichen Mobilitätsmanagements. Am Beispiel des Tettnanger Outdoor-Ausrüsters Vaude und einer Initiative der Landesregierung stellen wir die „Social Mobility Networks“ kurz vor.

In Obereisenbach bei Tettnang, unweit des Bodensees, mag man es nachhaltig. Zumindest für den größten Arbeitgeber vor Ort kann man das mit Sicherheit behaupten. Seit knapp 40 Jahren liegt hier der Sitz des Outdoor-Ausrüsters Vaude. Und seit jeher ist das Familienunternehmen auf Nachhaltigkeit bedacht, setzt sich immer wieder neue Ziele und wird dafür regelmäßig mit Auszeichnungen belohnt.

„Shared Economy“: Teilen liegt im Trend

„Bei Flinc waren wir Partner der ersten Stunde, als das Gründerteam der Hochschule Darmstadt noch im Rahmen des Pilotprojektes T-City Friedrichshafen in Kooperation mit der Deutschen Telekom AG seinen ersten Prototyp erprobte“, sagt Hilke Patzwall, verantwortlich für Nachhaltigkeit bei Vaude. Nach der Testphase ging die Flinc-App dann im Sommer 2011 deutschlandweit online und wurde zeitgleich bei Vaude eingeführt.

Das Flinc-Prinzip ist einfach: Wie bei einer Mitfahrzentrale stellt man eine Fahrtstrecke ein und gibt über die App anderen die Möglichkeit mitzufahren. Daraufhin schlägt die App eine passende Mitfahrgelegenheit vor und bringt so Suchende und Anbieter zusammen. „In Ballungsräumen ist das Streckenangebot natürlich größer als im ländlich geprägten Bodenseekreis. Hier stößt die App zur Zeit noch an ihre Grenzen, da ist die Nachfrage oft größer als das Angebot“, sagt Patzwall. Je mehr Unternehmen oder Kommunen aber mit Flinc kooperieren, desto schneller wächst das Streckenangebot auch in ländlichen Regionen, denn im Normalfall wird die gesamte Mitarbeiterschaft einbezogen.

Sparen und schonen: ein doppelter Gewinn

Zwar macht die Nutzung des Fahrgemeinschaftsdienstes Flinc nur einen Teil des vielgliedrigen Nachhaltigkeitskonzepts der Firma aus. „Allerdings stammt die Hälfte unserer Betriebsemissionen aus dem Bereich Mobilität“, erläutert Patzwall. Im Jahr 2014 hat Vaude laut eigener Aussage auf diesem Wege 29.000 Pendelkilometer eingespart.

Wo Lücken in der Mobilitätskette entstehen, lassen sich im Dialog mit Kommunen und Landkreisen oft Lösungen finden. Und die Liste der Flinc-Kooperationspartner wächst stetig. Neben Vaude setzt beispielsweise auch Bosch auf Flinc, ebenso wie die Landkreise Schwarzwald-Baar und Rems-Murr.

Stadt, Land, App

Neben Flinc ist auch der Mitbewerber TwoGo in Baden-Württemberg gut vertreten. Das SAP-Produkt konnte in den letzten Jahren ebenfalls zahlreiche namhafte Kooperationspartner und Kunden gewinnen. Zunächst nur für unternehmensinterne Zwecke entwickelt, wagte SAP 2013 mit der App den Sprung auf den Markt. Seitdem hat TwoGo neben großen DAX-Konzernen auch wichtige Kunden der öffentlichen Hand gewonnen – wie das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (VM) und die Landeshauptstadt Stuttgart.

In einer Testphase unterstützt das Mitfahrportal die Beschäftigten der Ministerien und der Landeshauptstadt dabei, Fahrtgemeinschaften zu bilden. „Das Mitfahrportal ist keine Konkurrenz für den ÖPNV. Aber es ist eine clevere und klimafreundliche Alternative zum Alleinfahren im eigenen Auto“, so Verkehrsminister Winfried Hermann MdL anlässlich des Starts von TwoGo am 15. September 2015. „Wer, wenn nicht die öffentlichen Verwaltungen, könnten dabei als gutes Vorbild vorangehen? Die Beschäftigten haben in vielen Fällen dasselbe Ziel – die Arbeitsstätte oder zumindest ein Ziel in der Nähe. Und in den meisten Fällen führen dieselben Wege dorthin.“

Weiterführende Links

Zur Flinc-Homepage

„Klimaneutrale Mobilität bei VAUDE“, (Vaude.de, Nachhaltigkeitsbericht 2014)

Zur TwoGo-Webseite

„Mit 'TwoGo' gemeinsam fahren“, (VM-Pressemitteiling, 15. September 2015)