Service-Navigation

Das bewegt BW

Egal, ob Großstadt oder ländlicher Raum - der Austausch mit den Menschen im Land ist uns sehr wichtig. Bei den Stopps der "Neuen Mobilität auf Tour" konnten Besucherinnen und Besucher uns eine Postkarte mit ihren Wünschen und Anregungen zum Thema „nachhaltige Mobilität“ in Baden-Württemberg schreiben. Eine kleine Auswahl und die jeweiligen Antworten des VM finden Sie hier.

S-Bahn-Netzausbau

VM: Der Ausbau der Schienennetze ist ein wichtiges Ziel der Landesregierung. Einige große Projekte wie z.B. die Stadtbahn Heilbronn-Nord konnten gerade in Betrieb genommen werden. Andere Vorhaben, u.a. in Heidelberg, Freiburg und Tübingen/Reutlingen sind in Planung. Allerdings ist die S-Bahn kein "Allheilmittel". Gerade auf weitere Entfernungen sind die häufigen Halte der S-Bahn gegenüber schnellen RE-Verbindungen eher ein Nachteil. Spätestens ab dem Jahr 2025 soll es auf allen Bahnstrecken mindestens einen Stundentakt geben, der je nach Fahrgastaufkommen verdichtet wird.

Akkuwechselstationen

VM: Das Umgehen der Ladezeiten durch einen schnellen Wechsel des Akkus spart viel Zeit. Schließlich kann man mit dem Pedelec dann sofort wieder losfahren. Für die meisten Alltagsstrecken mit dem Pedelec sind solche Akkuwechsel allerdings gar nicht nötig. Mit den meisten Modellen kommt man problemlos 60 km und weiter. Für tägliche Pendelstrecken zur Arbeit oder ausgedehnte Tagestouren reicht das in den meisten Fällen locker aus. Über Nacht geladen, steht die komplette Reichweite dann am nächsten Morgen wieder zur Verfügung. Außerdem eignen sich Akkuwechselstationen in der Regel nur für Fahrradverleihsysteme bzw. Mieträder, bei denen man sicher sein kann, dass immer ein bestimmter Akku verbaut ist. In touristischen Radregionen wie dem Schwarzwald also eine super Sache.

Die Akkuwechselstationen im Schwarzwald finden Sie übrigens hier.

Seniorenticket

VM: Viele Verbünde haben die Senioren als Zielgruppe entdeckt. In dieser Folge wurden attraktive Angebote gemacht, die in der Regel passgenau auf die Bedürfnisse der Senioren ausgerichtet sind. So gibt es beispielsweise im VVS das VVS-Seniorenticket im Abo schon für 42,50€. Damit sind Seniorinnen und Senioren im gesamten Verbundgebiet jederzeit flexibel unterwegs. Ob man das überteuert findet oder nicht, ist Ansichtssache. Im Vergleich zu den Anschaffungs- und Unterhaltskosten eines eigenen PKW ist es objektiv gesehen sehr günstig.

Radwegenetz

VM: „Das VM arbeitet mit Hochdruck am Ausbau der Radwegeinfrastruktur. Im Jahr 2014 hat das VM mit der Planung eines baulastträgerübergreifenden circa 7.000 Kilometer langen Landesradverkehrsnetzes (RadNETZ Baden-Württemberg) begonnen. Das RadNETZ soll landesweit alle Ober- und Mittelzentren über definierte Hauptrouten für den Alltagsradverkehr verbinden und durchqueren. Insgesamt werden mehr als 700 Städte und Gemeinden an das RadNETZ angeschlossen. Das RadNETZ zeichnet sich im Zielzustand durch direkte, sicher und komfortabel zu befahrende sowie mit durchgehend einheitlicher Wegweisung versehene Radverkehrsverbindungen aus. Es enthält auch die 19 offiziellen touristischen Landesradfernwege. Für den konkreten Bau und Ausbau von Radwegen hat das Land allein in diesem Jahr 55 neue Radwege an Landesstraßen mit einem Investitionsvolumen von circa 20 Millionen Euro und einer Gesamtlänge von circa. 77 Kilometern in das Landesbauprogramm aufgenommen. An Bundesstraßen kommen weitere 27 Radwegevorhaben mit einem Investitionsvolumen von ca. 14 Millionen Euro und einer Gesamtlänge von circa 31 Kilometern hinzu. Das Land fördert darüber hinaus Maßnahmen der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur der Städte, Gemeinden und Landkreise mit jährlich 15 Millionen Euro.“

Fahrradmitnahme im Schienennah- und Regionalverkehr

VM: Ein sehr wichtiger Punkt! Die aktuellen Ausschreibungen von Schienenverkehrsleistungen im Nah- und Regionalverkehr sehen eine deutliche Ausweitung der Kapazitäten für die Fahrradmitnahme vor. Außerdem arbeitet das Land zusammen mit den Verkehrsverbünden an einer landesweiten Regelung zur Fahrradmitnahme. Trotzdem sind die Kapazitäten zur Fahrradmitnahme in Zügen natürlich begrenzt, so dass parallel auch Projekte wie Bike+Ride, Bike-Sharing und sichere Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen gefördert werden. Im Optimalfall ist es dann gar nicht mehr nötig, das eigene Fahrrad im Zug mitzunehmen, da man z.B. nach der Zugfahrt bequemen Zugriff auf ein Leihfahrrad hat.

Förderung der Elektromobiltität

VM: Das Ziel der Landesregierung ist es, die Zahl der Kraftfahrzeuge mit elektrischen Antrieben in Baden-Württemberg bis 2020 auf 200.000 Fahrzeuge zu erhöhen. Das wären 20% der bundeweit angestrebten eine Million Fahrzeuge. Um dieses Ziel zu erreichen gibt es verschiedenste Ansätze. In der Beschaffungsinitiative Elektromobilität z.B. fördert das Land die Elektrifizierung der Landesfahrzeugflotte, Hybrid- und Elektrobussen im ÖPNV, E-Taxis und die Anschaffung von Fahrrädern mit Elektromotor (Pedelecs) an Bahnhaltestationen. Auf Bundesebene verfolgt eine Bundesratsinitiative das Ziel mit einer Sonderabschreibung gewerbliche Nutzer zum Kauf von Elektroautos zu animieren.

Barrierefreie Bahnhöfe

VM: Die flächendeckende Modernisierung von Bahnhöfen hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit ist ein Mammutprojekt. Barrierefreie Bahnhöfe sind die Voraussetzung für eine nachhaltige Mobilität für alle. Infrastrukturanpassungen wie Rampen, Aufzüge und optimierte Bahnsteighöhen für stufenfreie Bahneinstiege werden vom Land gefördert und unter anderem im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms (BMP BW) vorgenommen. Im Rahmen des BMP BW fließt zwischen 2009 und 2019 ein Investitionsvolumen in Höhe von circa 135 Millionen Euro in die Bahnhofsinfrastruktur an 21 Knotenbahnhöfen.

Beschilderung von Radwegen

VM: Eine gute Orientierung ist im Radverkehr natürlich mindestens genau so wichtig wie im Autoverkehr. Bis 2020 soll daher zunächst das landesweite RadNETZ vollständig beschildert sein. Auch im kommunalen Bereich fördert das Land Baden-Württemberg seit 2012 mit einem LGVFG-Programm „Kommunale Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur“ alle Führungsformen des Radverkehrs sowie Abstellanlagen und eben auch Beschilderungen mit einer Förderquote von 50 %. Das Programm ist mit jährlich 15 Millionen Euro finanziert.

RadKULTUR

VM: Klar, das wäre begrüßenswert. Wer möchte schon schief angeschaut werden, wenn er bewusst und aktiv nachhaltig unterwegs ist? Auch wenn es mit Sicherheit auch heute schon Unternehmen gibt, die diesbezüglich eine offene Kultur pflegen, brauchen gesellschaftliche Veränderungen ihre Zeit. 
Um das Image der Fahrradfahrer in Baden-Württemberg kontinuierlich zu verbessern, hat das Land übrigens als eines der ersten Bundesländer damit begonnen, das Radfahren nicht nur infrastrukturell, sondern auch kommunikativ zu fördern. Mit der Kampagne RadKULTUR, die bereits seit 2012 läuft, soll in ausgewählten Kommunen, aber auch im ganzen Land eine fahrradfreundliche Mobilitätskultur gefördert werden.